~♥~ "Solange ich klein bin, gebt mir Wurzeln. Wenn ich groß bin, verleiht mir Flügel" ~♥~

Dienstag, 22. Dezember 2015

Attachment was? Bindungsorientierte Erziehung.

Bei AP (Attachment Parenting = Bedürfnisorientierte/Bindungsorientierte Elternschaft) geht es um die Bedürfnisse von allen Familienmitgliedern. Als Eltern haben wir die Aufgabe, die Dringlichkeit der Bedürfnisse zu sortieren und schnellstmöglich aber ohne Stress alle Bedürfnisse so gut es geht zu erfüllen.
Das Bedürfnis meines Kindes zu schlafen ist wichtiger als meines, meine Serie zu schauen. Also bringe ich mein Kind ins Bett und kuschel mit ihm, anstatt die Serie zu schauen.
Ebenso ist mein Bedürfnis zu essen wichtiger, als das Bedürfnis meines Kindes zu puzzeln. Also esse ich erst zuende und puzzle danach mit meinem Kind. 
Natürlich wird immer genau erklärt und gesagt "Wir machen jetzt erst das und danach können wir dies machen"

Ja - der Grundgedanke ist dem Instinkt zu folgen, aber viele haben das verlernt. Durch Bücher und die Großeltern, die an ihrer autoritären Erziehung fest halten. Immerhin haben ihre Kinder "gehört". 

~ AP hat keine Angst vor dem Verwöhnen. MIt Liebe und Nähe, einer guten Bindung kann man ein Kind nicht verwöhnen.
~ AP lässt den Kindern die Freiheit sich auszutesten. Sie sollen Dinge allein machen, hilfe bekommen sie nur, wenn sie sie fordern. Klar fällt man da auch mal hin oder man ist frustriert, weil etwas nicht klappt, aber wenn wir Eltern den Kindern alles abnehmen werden sie nie das Glücksgefühl haben, wenn sie etwas ganz allein geschafft haben.
~ AP berücksichtigt die Natur der menschlichen rasse, dazu gehört auch das stillen, das gemeinsame schlafen, das tragen am körper. Das schöne ist, das AP aus Bausteinen besteht, die man nutzen kann, wie es zu einem passt. fühlt man sich beim stillen unwohl, ist das kein verbrechen - auch mit flasche kann man AP leben. :) 
~ AP verzichtet auf Lob und Strafe. Kein "böses Kind/gutes Kind". Natürlich sage ich z.B. wenn meine Tochter mir stolz das puzzle präsentiert was sie zum ersten mal geschafft hat "Da kannst du wirklich stolz drauf sein! Das hast du ganz alleine geschafft!" oder wenn sie 'Mist' baut sage ich ihr auch mal "Das finde ich jetzt nicht gut, versuchen wir doch mal es so zu machen" 
~ AP bietet den Kindern Alternativen. Anstatt zu verbieten das getränk auf dem teppich zu leeren wird das kind mit töpfen und bechern in windel ins bad gesetzt und darf dort mit dem wasser experimentieren :)
~ AP versucht sich in die Kinder hinein zu versetzen. Warum nagelt das Kind den teppich am boden fest? Es hat gesehen, wie mama heute morgen fast gestolpert wäre - es will nur, das mama nicht wieder am teppich hängen bleibt..

~* Tifa

Montag, 14. Dezember 2015

Relaktion - Stillen nach dem Abstillen

Eine Relaktion ist, wenn eine Frau nach dem Abstillen ihres Kindes wieder stillt. Die Gründe sein Kind zu relaktieren sind ebenso vielfältig wie die Gründe des Abstillens. 



Wie genau relaktiert man?

Zu allererst sollte man sich eine Alternative zum Füttern der PRE-Nahrung suchen. (Stillfreundlich zufüttern -> hier im Blog) Fläschen und Schnuller erschweren die Relaktion, machen sie aber nicht unmöglich. 

Besorge Dir eine elektrische Milchpumpe, wenn Du relaktieren möchtest. Dazu holst Du Dir vom Frauenarzt ein entsprechendes Rezept und leihst Dir die Pumpe aus der Apotheke. 

Pumpe möglichst immer nach dem Füttern - Wenn der Papa füttern kann , kannst Du währenddessen pumpen. Kommst Du für Dich selbst mit festen Zeiten besser klar? Dann pumpe alle 2h für je 10 Minuten. Mach Dir aber keinen Stress - lass es Nachts einfach bleiben, lege stattdessen Dein Baby an die Brust und lasse den Papa die PRE-Nahrung währenddessen vorbereiten. Sei auch nicht frustriert, wenn Anfangs noch nichts kommt, die Brust braucht ein paar Tage um zu verstehen das sie nun Milch produzieren muss. 

Haut-an-Haut-Kontakt und das Tragen im Tragetuch oder einer geeigneten Tragehilfe (Richtig Tragen -> hier im Blog) fördern die Milchbildung ebenfalls. Der enge Körperkontakt wird euch gut tun. 

Lege Dein Baby immer wieder an, lass es auch zum Trost nuckeln - Jedes Saugen ist für die Brust ein Signal, das sie Produzieren muss. 

Trinke genug, besonders Wasser. Die Wirkung von Stilltees ist nirgends belegt worden, mach Dir also keinen Stress damit. Am Besten ist, wenn Du an jedem Ort an dem Du stillst eine kleine Flasche Wasser stehen hast. 

Ruhe tut euch gut - vermeide Stress so gut es geht. Legt euch auf die Couch oder ins Bett und kuschelt ganz viel. Verwandte besuchen und ihnen das Baby vorstellen kannst Du auch noch wenn ihr wieder stillen könnt. 

Der enge Kontakt zu einer Stillberaterin und die Unterstützung vom Partner oder einer Freundin können wohltuend sein und bestärken Dich in Deinem Vorhaben. Von Kritikern solltest Du Dich fern halten. 

Keine Angst vor "Problemen"
Manche Frauen nutzen Brusthütchen/Stillhütchen um dem Baby die Brust näher zu bringen, wenn sie schon sehr an das Saugergefühl der Flasche gewöhnt sind, diese kann man später langsam entwöhnen. 

Wie bei einem gewöhnlichen Stillstart auch, kann es bei der Relaktion zu Reizungen der Brustwarze kommen, Heilwolle oder eine Brustwarzencreme sorgen für Linderung. MultiMam Kompressen aus der Apotheke kannst Du im Kühlschrank aufbewahren und bei Bedarf auflegen. 

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Relaktion und eine angenehme Stillzeit. 

~* Tifa

Sonntag, 13. Dezember 2015

Weltgedenktag für Sternenkinder

13.12.2015 ~ 19:00Uhr

Sie sagen:
"Das wird schon wieder"
und
"Du bist ja noch jung"
Sie sagen:
"Du schaffst das schon"
und auch
"Das Leben geht doch weiter"
"Du kannst doch neue Kinder haben", sagen sie. 
Doch ich sage euch
- warum versteht ihr das nicht -
"Ich will kein neues. 
Will nur dieses eine. 
Dieses eine Kind will ich zurück!"
_______
~ Monja Kallus


~* Tifa

Montag, 30. November 2015

Wie man ~2~ Kinder ins Bett bringt (Schritt für Schritt-Anleitung für Anfänger)

Vorstellung:
1. Abend essen
2. Schlafanzug anziehen
3. Zähne putzen 
4. Sandmann gucken
5. Einschlafstillen
Zeit: 1 Stunde



Realität:
1. Toaster und Weißbrot aus dem Schrank nehmen
2. Von Kind 1 nach trinken gefragt werden
3. Kind 1 einen Becher mit etwas zu trinken auf den Tisch stellen
4. Toast machen
5. Den Tisch decken
6. Kind 2 in den Hochstuhl setzen
7. Fertig Tisch decken
8. Toast bestreichen und schneiden
9. Getränk für Kind 2 vergessen
10. Aufstehen und Getränk holen
11. Selbst Toast schmieren
12. Vom Toast abbeißen
13. Kind 1 möchte mehr trinken
14. Kind 2 hat Mamas Toast geklaut
15. Neues Toast machen
16. Toast verschlingen
17. Kind 1 möchte nicht mehr und steht auf
18. Kind 1 ärgert Kind 2
19. Kind 2 verschüttet Getränk über Kind 1
20. Kind 1 weint
21. Papa schnappt sich Kind 1 und geht es umziehen 
22. Kind 1 protestiert 
23. Kind 2 will runter
24. Mama räumt Tisch ab
25. Papa zieht Kind 2 um
26. Kind 2 protestiert 
27. Mama öffnet Bad
28. Wasser ins Becken laufen lassen zum Zähne putzen
29. Kind 1 will eine Ente
30. Kind 2 beugt sich über den Rand der Wanne -> will Baden
31. Kind 1 wird auf den vorgeholtem Unterschrank gestellt
32. Kind 2 hat sich zu weit vorgebeugt
33. Kind 2 weint
34. Kind 2 wird getröstet
35. Kind 1 planscht im Wasser
36. Zu doll
37. Papa schnappt sich Kind 1 und zieht es erneut um
38. Kind 1 protestiert (erneut)
39. Kind 2 hat sich beruhigt
40. Kind 2 wird auf den vorgeholtem Unterschränkchen gestellt
41. Zahnbürste wird mit Zahnpasta versehen
42. Kind 2 bekommt die Zähne geputzt
43. Kind 1 steht wieder auf dem Unterschränkchen des Waschbeckens
44. Zahnbürste wird mit Zahnpasta versehen
45. Kind 1 bekommt die Zähne geputzt
46. Beide Kinder stehen auf dem Schrank und "putzen" ihre Zähne
47. Mama singt "Zähne putzen, Zähneputzen - hey, hey!" 
48. Kinder tanzen
49. Kind 1 wird herunter genommen
50. Protest 
51. Kind 2 wird herunter genommen
52. Protest
53. Bad wird in dem Ursprünglichen Zustand versetzt
54. Kind 2 steht wieder an der Wanne
55. Kind 2 wird vor die Tür gesetzt
56. Bad wird getrocknet
57. Kinder werden auf die Couch gesetzt
58. Mama sucht Schnuller von Kind 1
59. Mama sucht Schmusetier von Kind 1
60. Papa sucht Schmusetier von Kind 1
61. Schmusetier ist unauffindbar
62. Kind 1 fragt nach Schmusetier
63. Kind 2 verlangt die Brust
64. Mama fragt Kind 1 wo das Schmusetier is
65. Kind 1 antwortet: "Weg"
66. Papa lacht 
67. Kind 2 verlangt die Brust 
68. Papa findet Schmusetier an unmöglichem Ort
69. Kind 1 freut sich
70. Kind 2 verlangt die Brust
71. Mama vertröstet Kind 2 auf das Einschlafstillen
72. Sandmann beginnt
73. Kind 1 schaut aufmerksam
74. Kind 2 verlangt die Brust
75. Mama vertröstet
76. Protest
77. Kind 2 zupft am Shirt
78. Mama vertröstet
79. Kind 2 weint
80. Sandmann zuende 
81. Papa schaltet TV aus 
82. Papa öffnet Treppengitter
83. Mama setzt Kind 2 ab
84. Kind 2 rennt zur Treppe
85. Mama steht am Treppengitter und ruft Kind 1
86. Kind 1 legt sich auf die Couch
87. Kind 2 geht schon hoch
88. Mama ruft Kind 1 nochmal
89. Kind 1 ignoriert Mama
90. Mama holt Kind 1
91. Protest
92. Kind 1 geht nun doch hoch
93. Mama folgt
94. Kind 2 gibt Papa durch die offenen Stufen einen gute-Nacht-Kuss
95. Kind 1 klettert beleidigt vorbei
96. Kind 2 geht hoch
97. Kind 1 legt sich kichernd in Beistellbett von Kind 2
98. Kind 2 entdeckt Papas Spielekonsole auf dem Nachttisch
99. Kind 2 wird ins Bett gehoben
100. Kind 2 bekommt dem Schlafsack an
101. Mama setzt sich im Schneidersitz auf das Bett
102. Kind 1 wird aus dem Beistellbett in die Mitte des Bettes gehoben
103. Kind 1 legt den Kopf auf Mamas Knie
104. Kind 2 verlangt die Brust 
105. Spieluhr wird aufgezogen
106. Brust wird ausgepackt
107. Kind 2 freut sich und dockt an
108. Kind 2 stillt
109. Kind 1 bekommt den Kopf gekrault

Guter Tag:
110. Kinder schlafen ein
111. Mama legt Kind 2 in Beistellbett
112. Mama zieht Knie unter Kind 1 hervor
113. Mama schleicht sich raus

Schlechter Tag:
110. Kind 1 diskutiert mit Mama das es wieder runter will
111. Mama verneint
112. Kind 1 weint
113. Kind 2 lacht
114. Kind 1 wird beruhigt und gekrault
115. Kind 1 beruhigt sich
116. Kind 2 dockt ab und will die andere Brust
117. Kind 1 lacht
118. Kind 2 lacht
119. Kind 1 entdeckt Papas Spielekonsole und will "film gucken"
120. Mama verneint
121. Protest
122. Mama nimmt die Spielekonsole
123. Kind 1 weint
124. Kind 1 haut Mama
125. Mama erklärt, warum man nicht hauen darf
126. Kind 2 will zurück an die andere Brust
127. Kind 1 legt sich wieder hin
128. Die Köpfe prallen zusammen
129. Kinder weinen
130. Mama schaukelt Kind 2 und streichelt Kind 1
131. Kind 1 beruhigt sich
132. Kind 2 trinkt wieder
133. Kind 1 schläft tatsächlich ein
134. Kind 2 will ins Beistellbett
135. Mama lässt es. 
136. Kind 2 turnt herum
137. Kind 2 haut Kind 1 auf den Kopf
138. Mama erklärt warum man nicht hauen darf
139. Kind 1 schläft zum Glück weiter
140. Kind 2 will wieder an die Brust
141. Kind 2 döst unter schaukeln, stillen und summen endlich ein
142. Kind 2 schläft
143. Mama legt Kind 2 ins Beistellbett
144. Mama zieht vorsichtig ihr Knie unter Kind 1 hervor 
145. Kind 1 droht wach zu werden
146. Mama schiebt Kissen unter den Kopf von Kind 1
147. Mama steht auf
148. Das Bett knarrt
149. Mama schleicht sich raus
150. "Geschafft!" 

Zeit: zwischen 1 und 2 Stunden

*~ Tifa

Dienstag, 6. Oktober 2015

Seelenkind

Oakland, California (1983)

Colin, mein zwölfjähriger Sohn ertappte mich an einem verregneten Spätnachmittag Ende Januar am Küchentisch, wie ich ein feuchtes zerknülltes Kleenex in der Hand hielt, mir die Tränen abwischte und um seinetwillen versuchte, mich zusammenzureißen.
Seit meiner Fehlgeburt waren mindestens zwei Monate vergangen, aber ich bekam immer noch mindestens einmal am Tag das heulende Elend.
Rog und ich waren wie vor den Kopf geschlagen gewesen, voller Zweifel und zwiespältiger Gefühle, als sich der Schwangerschaftstest als positiv erwiesen hatte. Ich war 41 Jahre alt, und mein Beruf nahm mich voll in Anspruch. Ich hatte endlich erreicht, was einige für unmöglich gehalten hatten: Ich war Beleghebamme in der Alta-Bates-Klinik, und folglich florierte meine Praxis. In manchen Monaten entband ich zwölf Kinder, und niemand wusste genau, ob und wann ich zu Hause sein würde. Auch Rog war ausgelastet: Er musste nicht nur dafür sorgen, dass sein eigenes Geschäft lief, sondern auch noch den Haushalt in Gang halten, der durch meine häufige Abwesenheit vernachlässigt wurde. Colin und Jill näherten sich der Pubertät, ein schwieriges Alter mit Herausforderungen ganz eigener Art. Wie sollte da ein Baby ins Leben passen? Doch als die Schwangerschaft abrupt endete und alle Hoffnungen sich in Tränen auflösten, verliebte ich mich in das Kind, das nicht sein sollte. 

„Weinst du wegen des Babys?“, fragte Colin, und als ich betrübt nickte, meinte er: „Dann musst du einfach noch eins bekommen, weil es ein Seelenkind ist und du ja seine Mutter sein solltest.“ Ich muss ihn wohl verdutzt angeschaut haben, denn er fügte hinzu: „Weißt du nicht, was ein Seelenkind ist? Wieso weiß ich es dann? Ich meine du bist schließlich meine Mutter“ Ich war völlig perplex, hatte keine Ahnung, war er meinte. Deshalb zog sich mein Erstgeborener einen Stuhl heran, setzte sich neben mich und legte mir seinen Arm um die Schulter.
„Ich werde es dir erklären, Mom. Vielleicht war ich selbst eins und ich weiß es daher. Jede Frau kann eine bestimmte Anzahl von Babys in ihrem Leben kriegen, und diese Babys bilden einen Kreis, der unsichtbar über ihren Köpfen schwebt. Jeden Monat ist ein anderes Baby an der Reihe; wenn die Frau schwanger wird, wird es geboren. Wenn nicht, kehrt es zu den anderen in den Kreis zurück. Wenn sie schwanger wird, und es passiert etwas Schlimmes vor der Geburt, kehrt es in den Kreis zurück und wird ein Seelenkind, und alle andere Babys lassen ihm beim nächsten Mal den Vortritt. Jeden Monat ist es als Erstes dran. Und deshalb musst du wieder schwanger werden, damit du dasselbe Seelenkind noch einmal bekommst. Wenn nicht, wird es einfach in den Kinderkreis einer anderen Frau gebeamt, und dann ist es dort als Erstes an der Reihe. Es bleibt immer irgendwo an erster Stelle, bis es schließlich geboren wird. Aber es wäre traurig, wenn du es nicht bekommst, denn ich weiß wie gerne du es haben möchtest. Du musst es also noch einmal versuchen. Erinnerst du dich an das Baby, Mom, das du vor meiner Geburt verloren hast?“ Ich nickte wortlos. „Das war ich. Wirklich. Ich habe immer gewusst, dass ich ein Seelenkind bin. Ich weiß genau, wovon ich rede, Mom."


___
Vor bestimmt 2 Jahren im Netz gefunden. 
*~Tifa~*

Sonntag, 4. Oktober 2015

Kinder brauchen Eltern...

Sich auf sein Kind und seine Welt einzulassen ist nicht immer einfach... 

...aber es ist einen Versuch wert :)


*~Tifa~*

Donnerstag, 1. Oktober 2015

An die Mutter die ihre Kinder im Supermarkt anschreit...

Ich sehe ich dich auf einer Parkbank sitzen, mit deinem iPhone in der Hand. Dein Kind versucht, deine Aufmerksamkeit zu bekommen und braucht drei oder vier Versuche, bis du mitbekommst, dass jemand "Mama" vom anderen Ende des Spielplatzes ruft und dass du damit gemeint bist. Du siehst einen Augenblick lang von deinem Bildschirm auf, winkst, und widmest dich dann wieder dem digitalen Orakel in deinem Schoß.
Ich sehe dich mit deinen Kindern im Supermarkt an der Kasse stehen. Die Ältere scheint etwas haben zu wollen, das nach einer Plastiknuckelflasche gefüllt mit flüssigem Zucker aussieht. Als du "nein" sagst, fängt sie an zu weinen. Du packst sie am Arm, gehst mit deinem Mund ganz dicht an ihr Ohr und obwohl ich nicht verstehe, was du ihr zuflüsterst, kann ich an ihrem Gesichtsausdruck erkennen, dass es schlimm war, als sie die Süßigkeit zurück ins Regal stellt.
Ich sehe dich im Restaurant. Dein Jüngstes isst Chicken Nuggets und Makkaroni mit Käse, ich schätze, zum 40. Mal in letzter Zeit. Seine käsigen Finger halten dein iPhone und er sieht sich vermutlich irgendeinen hirnlosen Cartoon an, den du benutzt, um deine Kinder zu beschäftigen, weil du keine Lust hast, dich mit ihnen zu beschäftigen.
Ich sehe dich im Einkaufszentrum ausflippen. Dein Kind hat eine Limonade fallen gelassen und deine Wut ist weit größer als die Situation es verdient. Menschen bleiben stehen und starren dich an. Deine Worte sind laut und verletzend und ich frage mich, wie sehr du dein Kind damit verletzt.
Das hier sehe ich nicht.
Ich sehe nicht, dass...
Du die ganze Zeit mit deinem Kind spielst. Wenn du nach der Arbeit nach Hause kommst, verbringst du deine Abende damit, Bücher vorzulesen und deinen Kindern das Lesen beizubringen. Du fährst jeden Dienstag mit deiner Tochter zum Comic-Buchladen und sie darf sich zwei Hefte aussuchen - als Belohnung für ihre harte Arbeit. An den Wochenenden fährst du mit deinen Kindern zu einem Park mit vielen anderen Kindern. Du möchtest, dass sie spielen und Spaß haben, während du die E-Mails auf deinem Handy beantwortest.
Ich sehe nicht, dass...
Du noch schnell in den Supermarkt musst, nachdem du deine Kinder aus der Tagesstätte abgeholt hast, damit du ein bisschen Hähnchen und Milch einkaufen kannst, bevor du ihnen Abendessen machst. Gestern Abend hatte deine Tochter einen Snack, bevor sie nach Hause gekommen ist, und hat nichts mehr von dem Abendessen gegessen, das du gekocht hast. Weil ihr zwei darüber gesprochen habt, weiß sie, dass sie heute keinen Snack bekommt, aber sie hat dich trotzdem gefragt, ob sie die Süßigkeit haben darf. Als du sie zu dir gezogen hast, hast du sie an den Grund erinnert, warum sie das Fläschchen nicht haben darf, und ihr gesagt, dass sie es zurückstellen soll. Sie erinnert sich daran, guckt ein wenig traurig, und stellt es zurück.
Ich sehe nicht, dass...
Du schaffst es nicht oft, auswärtig zu essen. Das Geld ist knapp und vier Leute in ein Restaurant einzuladen, ist teuer. Aber es ist etwas Besonderes und du möchtest, dass alle Spaß haben. Für dich ist das Besondere ein Medium-rare Steak und Kartoffeln. Für die Kinder sind es Chicken Nuggets und Makkaroni mit Käse. Es ist ein besonderer Anlass... weshalb du, nachdem dein Kleinkind zum dritten Mal versucht hat, in die Küche zu laufen, entscheidest, dass die verurteilenden Blicke der Anderen es wert sind, dass du eine Unterhaltung mit deinem Partner haben kannst - zum ersten Mal in dieser Woche.
Und der Zwischenfall mit dem Schreien?
Ich sehe nicht, dass du ganze Woche nicht richtig schlafen konntest. Ich sehe nicht, dass du dich an diesem Tag mit deinem Partner gestritten hast und das immer noch an dir nagt. Ich sehe nicht, wie viel Stress du im Job hast und Kleinigkeiten wie diese dich normalerweise nicht so wütend machen. Ich sehe nicht die Hunderte Situationen, in denen du deine Kinder nicht angeschrien hast. Ich sehe nicht, dass du dich später entschuldigst und erklärst, dass sogar Erwachsene manchmal wütend werden und schreien und das macht es nicht wirklich besser, aber Menschen machen Fehler. Ich sehe nicht, dass dein Kind dir vergibt.
Siehst du, das ist der Punkt. Ich sehe gar nichts, außer diesen einen Schnappschuss deines Lebens - ein iPhone, ein Paar Chicken Nuggets, eine verschüttete Limonade, oder ein wütendes Gesicht. Das ist alles, was ich sehe und aus irgendeinem Grund glaube ich, dich zu kennen. Aus irgendeinem Grund glaube ich zu wissen, was für ein Elternteil du bist. Du bist ein "beschissener" Elternteil.
Und weißt du was? Je nachdem, welchen Schnappschuss du aus meinem Leben siehst, bin ich das auch. Ich bin manchmal auch ein schlechter Elternteil. Und manchmal bin ich großartig - genau wie du!
Also lass uns einen Deal machen.
Lass uns nachsichtig miteinander sein. Lass uns in der Gewissheit leben, dass wir nicht viel voneinander wissen. Statt mit den Augen zu rollen und hörbar einzuatmen, lass uns einander ein Lächeln und ein Nicken schenken und sagen: "Ich weiß, wie das ist." Wenn es wirklich Probleme gibt, lass uns einander zuhören und erst Ratschläge erteilen, wenn wir darum gebeten werden.
Und vor allem: Lass uns zur Kenntnis nehmen, dass wir alle manchmal schlechte Eltern sind. Wir alle haben unsere Höhen und Tiefen. Die restliche Zeit befinden wir uns irgendwo in der Mitte, treten Wasser und tun unser Bestes.
Zu wissen, dass wir da gemeinsam drin stecken, macht diese Schwesternschaft der Mutterschaft, Bruderschaft der Vaterschaft, Kameradschaft des Elternseins.. wie immer du es nennen möchtest, großartig. Zu wissen, dass wir nicht alleine sind, macht die Tiefen erträglicher, die Höhen fühlen sich besser an und die Mitte wird zu einem angenehmen Ort.
Also bitte, schlechter/großartiger/alles-dazwischen-Elternteil, lass uns ein bisschen runterkommen, weniger urteilen und die Fahrt genießen.
Triff mich in der Mitte  ;) 

-> Netzfund

Sonntag, 27. September 2015

Ein neues Leben

Seit ich denken kann wohne ich schon hier. Meine Wohnung hat nur einen Raum, aber ich fühle mich sehr wohl. Ich war noch nie vor der Tür, doch es stört mich nicht. Hier drin habe ich alles was ich brauche zum leben und ich habe das Gefühl, das etwas um mich herum ist, was mich beschützt. 

Und jetzt das:
 Kündigung! Räumungsklage. 
Schwupps stehe ich auf der Straße. Zum ersten mal verlasse ich diese Wohnung und ich kann nie wieder zurück. Wo soll ich denn jetzt hin? Ich kenne mich hier doch gar nicht aus. Ich kenne niemanden und was ist das für eine Sprache, die um mich herum gesprochen wird? Ich fühle mich zum ersten mal ängstlich und allein, ich verspüre Dinge, die ich nie zuvor gespürt habe. Ich habe ein unangenehmes Gefühl im Bauch.. Was ist das? Wie geht das weg? Eine gewaltige Masse an Eindrücken und Gefühlen überrollt mich, ich bin verzweifelt und beginne zu weinen. Hilflos in dieser mir fremden Umgebung weine ich. Ich will zurück nach Hause. Was soll ich denn hier? 

Doch dann: dieses gefühl. Das kenne ich. Mit einem mal fühle ich mich wieder zuhause, zuhause in dieser Fremden Welt. Ich öffne den Mund zum trinken und öffne meine Augen - oh ist das hell. Ich sehe einen schatten, eine warme silhouette und sie spricht mit mir. Ich verstehe es noch nicht, aber ich bin mir sicher, das dieses Wesen mich gern hat: "Willkommen auf der Welt mein Baby!"

*~ Tifa ~*

Samstag, 26. September 2015

Stillfreudlich zufüttern

In der Regel ist es nicht nötig mit dem Zufüttern von Formulanahrung zu beginnen, solltest Du trotzdem das Gefühl haben zufüttern zu müssen oder hast es von Deiner Hebamme geraten bekommen gibt es bessere Möglichkeiten als ein Fläschchen. Egal wie sehr die Hersteller behaupten die Brust nachempfunden zu haben - die Saugtechnik an der Flasche ist immer eine andere einfachere Technik als die Saugtechnik an der Brust. Damit Du eine Saugverwirrung vermeidest, möchte ich Dir hier einige alternative Methoden zum Zufüttern aufzeigen. Es lohnt sich zudem immer, wenn Du mit einer Stillberaterin über die Möglichkeiten sprichst.



1. Der Löffel

Auch die Kleinsten kommen schon wunderbar mit einem Löffel zurecht. Ein Beispiel: Die meisten Ärzte verschreiben Vitamin D in Form von Tabletten, die auf einem Löffel in Wasser aufgelöst an das Baby gegeben werden sollen. Wenn Dein Baby also noch wenige Mengen Milch zu sich nimmt, kann der Löffel eine gute Methode sein, Dein Baby mit PRE-Nahrung oder abgepumpter Muttermilch zu versorgen.



2. Das Schnapsglas

Ein Schnapsglas oder auch ein gewöhnlicher Becher eignen sich auch sehr gut zum Zufüttern. Auch wenn man es den Babys nicht zutraut: Sie können es. Wir haben Zeitweise einen Becher von Avent benutzt, um unseren Sohn mit abgepumpter Milch oder PRE-Nahrung zu füttern. Heute kann er seinen Tee allein aus diesem Becher trinken. Außerdem gibt es auch Trinkbecher von verschiedenen Firmen für Stillprodukte (MedelaLansinohARDO, ...)



3. Der Softcup

Die wohl einfachste Art der Becherfütterung ist der SoftCup. Er soll ein Auslaufen der zugefütterten Milch verhindern. Der Behälter umfasst 80ml, ist somit also auch für schon etwas ältere Babys geeignet, die etwas mehr Milch zu sich nehmen.

4. Die Spritze

Eine Spritze ohne Nadel gibt es mit verschiedenen Fassungsvermögen. Auch hiermit kannst Du Deinem Baby seine Milch Tröpfchenweise füttern. Nach Einweisung von Fachpersonal kannst Du zusätzlich den Fingerfeeder verwenden. Hierbei lernt Dein Baby das richtige Saugen mit Hilfe Deines Fingers. 




5. Das Brusternährungsset

Auf den ersten Blick scheint das Brusternährungsset (BES) etwas kompliziert und auch die Anwendung müssen Mama und Baby erstmal lernen. Doch hat man den Dreh raus ist das BES die wohl Beste Methode zum Zufüttern: Das Baby saugt nämlich dabei an der Brust und regt so die Milchproduuktion an. Es eignet sich auch, wenn eine Mutter ihr adoptiertesBaby stillen möchte. 
Ich wünsche Dir eine wundervolle Stillzeit '!
*~ Tifa ~*

Freitag, 11. September 2015

Stillpositionen

Es gibt nicht nur eine Stillposition. 
Du kannst die ganze Zeit "klassisch" in der Wiegeposition stillen, aber hast Du schonmal von der Football-Haltung gehört? Und wie stillt man Nachts im Familienbett bequem beide Seiten ohne aufzustehen? Hier eine kleine Auswahl an Stillpositionen, die wir schon hatten. 


Freundlicherweise hat meine Tragepuppe "Jenny" für die Bilder mit mir Modell gestanden. 

Das letzte Bild gab es bei uns einmal, doch es ist mir sehr im Gedächtnis geblieben. Wir spielten und tobten auf der Erde als mein Stillzwerg sich neben meinem Kopf über die Schulter beugte und am Shirt zerrte. 

Sei kreativ! Probiere viele Positionen wenn Du möchtest. 

Wenn Du einen Milchstau hast, kannst Du die verschiedensten Positionen nutzen, um ihn schnell los zu werden. Das Kinn Deines Babys sollte dann auf der Seite der harten Stelle sein. 

Donnerstag, 27. August 2015

Ein Kleinkind stillen?

Natürlich Stille ich mein Baby!! Denn dafür ist die Milch ja da, für meinen Säugling... Stillen ist praktisch, immer griffbereit, es kostet nichts und ist gesund. 
Aber ein Kleinkind stillen? Mit Zähnen, vermutlich schon am laufen - Was soll das denn bitte? Die Zähne hat man ja nicht umsonst! Mit einem Jahr - denn ab da ist das Baby kein Baby mehr, sondern ein Kleinkind! Mit einem Jahr also kann das Kleinkind ja wohl schon anständig essen und muss nicht mehr an der Brust hängen. 
Stillen ist toll, aber es macht ja wohl einen Unterschied ob ich ein Baby oder ein Kleinkind stille. 



Mein Sohn ist jetzt ein Jahr alt geworden. Gestern noch war er ein Baby - Heute ist er schon ein Kleinkind. Und soll ich euch was sagen? Es macht keinen Unterschied. Das Stillen fühlt sich genau gleich an. Er trinkt noch genau wie gestern. Er gluckst noch genauso fröhlich wenn er das "Öffnungs-Klicken" meines Still-BH's hört wie gestern. Er schläft noch genauso friedlich ein wie gestern. Er lässt sich noch genauso trösten wie gestern. Er kommt noch genauso angekrabbelt wenn er hunger hat wie gestern. Es ist genau gleich!




Es legt sich kein Schalter um. Weder bei ihm, noch bei mir. Wir genießen unsere Stillzeit, irgendwann ist sie vorbei und im gegensatz zum gesamten Leben, was ihm noch bevor steht, ist die Stillzeit ein vergleichsweise kurzer Abschnitt. 

Sonntag, 23. August 2015

Rezept "Ratatouille"

Zutaten für 2 Portionen
- 2 rote Paprika
- 2 grüne Paprika
- 2 Tomaten
- 2 Auberginen
- 2 Zucchinis
- 1 große Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 60-100 ml Gemüsebrühe
- Oliven- oder Rapsöl
- Salz, Pfeffer
- Rosmarin, Basilikum (frisch)

Zubereitung:
1. Paprika, Tomate, Aubergine und Zucchini waschen, putzen und in grobe Stücke oder Würfel schneiden
2. Knoblauchzehen und Zwiebel schälen und fein hacken, in heißem Öl glasig dünsten
3. Gemüse, Gemüsebrühe, Rosmarin, Salz und Pfeffer hinzu fügen. Im geschlossenen Topf bei schwacher Hitze ca 10 min bissfest* garen, frisches Basilikum darübergeben

Gut dazu: Reis oder Baguettes

Tipp: Reste können am Folgetag mit Hackfleisch und Käse überbacken als Auflauf serviert werden

Guten Apetit

*Ich mag Zucchini lieber etwas "matschiger" und Paprika mag ich am liebsten roh, also brate ich die Zucchini schon vorher etwas an und die Paprika gebe ich erst kurz vor Schluss hinzu. Was Dir schmeckt, probierst Du am besten selbst aus :)

Rezept für Stillende "Spaghetti à la Popeye"

Für 2 Portionen brauchst Du
- 400 g Blattspinat (TK*)
- 200 g Vollkornspaghetti
- 60 g geriebener Käse (45% Fett i. Tr.)
- 4 EL Sahne
- Salz, Pfeffer, Muskat

Zubereitung:
1. Spinat nach Anweisung garen, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken und grob zerhacken
2. Spaghetti in reichlich leicht gesalzenem Wasser 8-12 min garen, abgießen und in den Topf zurück geben
3. Spinat, Käse und Sahne unterheben
4. Unter Rühren erhitzen, bis der Käse geschmolzen ist

Gut dazu: ein einfacher Rohkostsalat

Guten Apetit

*ob Du den Spinat frisch machen möchtest oder TK-Ware verwendest ist Dir überlassen

Rezept für Stillende - "Fruchtquark"

Zutaten für 2 Portionen
- 8 EL Magerquark (Es darf natürlich auch fetterer Quark sein, wenn Du möchtest)
- 4-8 TL Milch (1,5% Fett)
- etwas Zucker
- Früchte (z.B.: Apfel, Trauben, Pfirsich, Banane, Kiwi,...)

So schnell geht's:
Quark mit Milch und Zucker verrühren und die ausgewählte Frucht unterrüchren

Tipp: Wenn Du einen Apfel fein reibst, kannst Du diesen Quark auch wunderbar als Brotaufstrich verwenden.

Guten Apetit

Rezept für Stillende "Orangen-Bananen-Shake"

Darf es zwischendurch mal etwas erfrischendes sein? Diese Vitaminbombe ist gesund und lecker. Das Beste: Super schnell und einfach zubereitet

Du brauchst:
- 100 ml Orangensaft (wenn Du möchtest kannst Du den auch frisch pressen)
- 1 Banane
- 150 ml Buttermilch
- 1 TL Honig

Die Zutaten kommen einfach in den Mixer oder werden mit einem Pürierstab püriert. Beim Schneiden der Banane kann man 1 Scheibchen übrig lassen und sich dieses später an den Glasrand stecken. Sieht ja auch ganz nett aus. ;)

GutenAppetit 

Rezept für Stillende - "Bircher Müsli"

Zutaten für 1 Portion
- 8 EL grobe Haferflocken
- 1 Tasse (150ml) Milch
- 1 TL Honig
- 1 TL Weizenkeime
- 1 Apfel
- 1 EL grob gehackte Haselnüsse
- evtl. Zitronensaft

Der Apfel wird mit Schale grob geraspelt. Alle Zutaten werden vermischt und ggf. mit Zitronensaft abgeschmeckt.

Guten Apetit

Die Vorsorgeuntersuchungen

Direkt nach der Geburt wird Dein Baby genau untersucht. Es wird gewogen und gemessen. Danach musst Du mit Deinem Baby häufiger zum Arzt, zu den Vorsorgeuntersuchungen - auch "U-Untersuchungen" genannt. Alle Termine im Überblick:

U1 (direkt nach der Geburt) und  U2 (3. bis 10. Lebenstag)
Die Hebamme bzw. Der Arzt prüft Organe und Reflexe Deines Babys und testet ob eine Stoffwechsel- oder Hormonstörung vorliegt.

 U3 (4. bis 5. Lebenswoche)
Prüfung der Reflexe, Motorik, Reaktionen und Hörfähigkeit und ein Ultraschall der Hüftgelenke.

U4 (3. bis 4. Lebensmonat)
Überprüft wird das Nervensystem, das Bewegungsverhalten und die Reaktion auf optische und akustische Reize.

U5 (6. bis 7. Lebensmonat)
Der Arzt achtet auf die motorische Entwicklung und das Seh- und Hörvermögen.

U6 (10. bis 12. Lebensmonat)
Der Arzt untersucht die Sinnesorgane und testet die geistige Entwicklung. Außerdem schaut er, ob Dein Kind sitzen, krabbeln oder stehen kann.

U7 (21. bis 24. Lebensmonat)
Hauptsächlich geht es um Feinmotorik, Sprachentwicklung und Körperbeherrschung.

U7a (34. bis 36. Lebensmonat)
Der Arzt untersucht ob Sprachentwicklungs- oder Verhaltensstörungen vorliegen und überprüft das Sehvermögen.

U8 (46. - 48. Lebensmonat)
Geprüft wird Sprache, Ausdruck und Verhalten Deines Kindes

U9 (60. bis 64. Lebensmonat)
Die geistigen Fähigkeiten Deines Kindes, sein Seh- und Hörvermögen, seine Sprache sowie die Feinabstimmung der Bewegung und seine Organe werden untersucht. 

*Bei allen Untersuchungen wird Dein Kind gewogen und seine Größe gemessen*

"Wie weit bist Du denn jetzt?"

Na, kennt ihr diese Frage? Und wie oft habt ihr schon nachgerechnet und überlegt, in welchem Monat ihr dann wärt? 27+3, 14+5, 33+1... aber was genau heißt das denn jetzt? Damit das in Zukunft schneller geht, habe ich alles mal Woche für Woche aufgeschrieben und möchte das Ergebnis nun mit euch teilen:

1. Monat:

00+0 = Erster Tag der letzten Regel 
(hier beginnt die Rechnung der Ärzte)


00+0 - 00+6 = 01. Woche
01+0 - 01+6 = 02. Woche 

02+0 = Eisprung/Empfängnis 
(ab hier bist Du erst "wirklich" Schwanger)

02+0 - 02+6 = 03. Woche
03+0 - 03+6 = 04. Woche 

2. Monat:
04+0 - 04+6 = 05. Woche
05+0 - 05+6 = 06. Woche
06+0 - 06+6 = 07. Woche
07+0 - 07+6 = 08. Woche

3. Monat:
08+0 - 08+6 = 09. Woche
09+0 - 09+6 = 10. Woche
10+0 - 10+6 = 11. Woche
11+0 - 11+6 = 12. Woche 

4. Monat:
12+0 - 12+6 = 13. Woche
13+0 - 13+6 = 14. Woche
14+0 - 14+6 = 15. Woche
15+0 - 15+6 = 16. Woche 

5. Monat:
16+0 - 16+6 = 17. Woche
17+0 - 17+6 = 18. Woche
18+0 - 18+6 = 19. Woche
19+0 - 19+6 = 20. Woche 

6. Monat:
20+0 - 20+6 = 21. Woche
21+0 - 21+6 = 22. Woche
22+0 - 22+6 = 23. Woche
23+0 - 23+6 = 24. Woche 

7. Monat:
24+0 - 24+6 = 25. Woche
25+0 - 25+6 = 26. Woche
26+0 - 26+6 = 27. Woche
27+0 - 27+6 = 28. Woche 

8. Monat:
28+0 - 28+6 = 29. Woche
29+0 - 29+6 = 30. Woche
30+0 - 30+6 = 31. Woche
31+0 - 31+6 = 32. Woche 

9. Monat:
32+0 - 32+6 = 33. Woche
33+0 - 33+6 = 34. Woche
34+0 - 34+6 = 35. Woche
35+0 - 35+6 = 36. Woche 

10. Monat:
36+0 - 36+6 = 37. Woche
37+0 - 37+6 = 38. Woche
38+0 - 38+6 = 39. Woche
39+0 - 39+6 = 40. Woche 

40+0 = Voraussichtlicher Entbindungstermin

"10 Monate? Ich dachte eine Schwangerschaft hat 9 Monate!"
Wenn man auf den Kalender schaut und Woche für Woche abzählt, sind es tatsächlich 9 Monate. Warum? Weil eine Woche 7 Tage hat und ein Monat hat mathematisch gesehen 4 Wochen, also 28 Tage. Das kommt aber nur im Februar hin (und das auch nicht immer), also hat man jeden Monat 2-3 Tage "übrig". Auf 9 Monate kommen so etwa 23 Tage (+/-) zusammen. Etwas viel Mathematik für eine Schwangere, aber Du siehst: Trotz der Rechnung mit 10 Monaten bist Du "nur" 9 Monate Schwanger.

Samstag, 22. August 2015

Rezept für Stillende: "Fischragout"

Zutaten (2 Portionen)
- 400g Kabeljaufilet
- 500g Gemüse (z.B. Möhren, Sellerie, Lauch)
- 2EL Rapsöl
- 2EL Sahne
- Zitronensaft
- Jodsalz
- Kräuter (z.B. Rosmarin, Thymian)
- ggf. etwas Mehl

So wird's gemacht:
1.  Fisch mit Zitronensaft beträufeln, wenig salzen und in große Würfwl schneiden. 
2. Gemüse waschen, putzen, klein schneiden und in heißem Öl andünsten. 
3. Mit wenig Wasser und Salz ca. 10 Minuten im geschlossenen Topf weiter dünsten. 
4. Die Fischwürfel auf dem Gemüse verteilen, Topf schließen und alles etwa 10-15 Minuteb ziehen lassen. 
5. Den Fischsud eventuell mit Mehl binden und zum Schluss Kräuter und Sahne unterrühren

Dazu schmeckt: Naturreis

Guten Apetit

Montag, 10. August 2015

"Ich lieb dich für immer"

Eine Mutter hielt ihren neugeborenen Sohn in den Armen. Sie wiegte ihn vor und zurück, vor und zurück, und sang ganz leise:

Ich lieb dich für immer,
meine Liebe ist dein;
solang wie ich lebe
wirst du mein Kind sein.

Der Sohn wuchs heran. Er wurde größer und größer. Als er zwei Jahre alt war, rannte er durchs ganze Haus; er riss Bücher aus den Regalen, leerte den Kühlschrank oder spülte die Uhr seiner Mutter durchs Klo hinunter.
Dann seufzte seine Mutter manchmal: Der Junge macht mich noch wahnsinnig!

Aber nachts, wenn ihr Sohn endlich eingeschlafen war, ging die Mutter in sein Zimmer und trat auf Zehenspitzen an sein Bett. Wenn er tief und fest schlief, setzte sie sich zu ihm und dachte an die Zeit zurück, als sie ihr Baby in den Armen wiegte, vor und zurück und sang ganz leise:

Ich lieb dich für immer,
meine Liebe ist dein;
solang wie ich lebe
wirst du mein Kind sein.

Der Sohn wuchs heran. Er wurde größer und größer. Als er neun Jahre alt war, kam er nie zum Essen rein, wenn man ihn rief; nie wollte er sein Bad nehmen; und wenn die Oma zu Besuch kam, sagte er unanständige Dinge um sie zu ärgern.
Manchmal hätte seine Mutter den Bengel am liebsten an den Zoo verkauft.

Aber nachts, wenn ihr Sohn endlich eingeschlafen war, ging die Mutter in sein Zimmer und trat auf Zehenspitzen an sein Bett. Wenn er tief und fest schlief, setzte sie sich zu ihm und dachte an die Zeit zurück, als sie ihr Baby in den Armen wiegte, vor und zurück und sang ganz leise:

Ich lieb dich für immer,
meine Liebe ist dein;
solang wie ich lebe
wirst du mein Kind sein.

Der Sohn wuchs heran. Er wurde größer und größer. Als er ein Teenager war,
hatte er merkwürdige Freunde, ernährte sich ungesund und hörte laute Musik.
Dann dachte seine Mutter manchmal, sie sei im Zoo!

Aber nachts, wenn ihr Sohn endlich eingeschlafen war, ging die Mutter in sein Zimmer und trat auf Zehenspitzen an sein Bett. Wenn er tief und fest schlief, setzte sie sich zu ihm und dachte an die Zeit zurück, als sie ihr Baby in den Armen wiegte, vor und zurück und sang ganz leise:

Ich lieb dich für immer,
meine Liebe ist dein;
solang wie ich lebe
wirst du mein Kind sein.

Der Sohn wuchs heran. Er wurde größer und größer. Als er erwachsen war, zog er zu Hause aus. Er wohnte jetzt am Ende der Stadt.
Manchmal, nachts, wenn seine Mutter nicht schlafen konnte, lag sie im Bett dachte an die Zeit zurück, als sie ihr Baby in den Armen wiegte, vor und zurück und sang ganz leise:

Ich lieb dich für immer,
meine Liebe ist dein;
solang wie ich lebe
wirst du mein Kind sein.

Aber nicht nur der Sohn wurde älter, auch die Mutter wurde älter und älter und alt.
Eines Tages rief sie ihren Sohn an und sagte: Du kommst besser vorbei; ich bin zu alt und zu gebrechlich, um das Haus zu verlassen.
Der Sohn fuhr quer durch die Stadt zu seiner Mutter. Als er zur Tür hereintrat, hörte er sie leise singen:

Ich lieb dich für immer,
meine Liebe ist dein...

Aber sie konnte nicht zu Ende singen, so gebrechlich war sie und schwach.
Da setzte sich der Sohn zu seiner Mutter ans Bett und nahm sie in die Arme. Er wiegte sie vor und zurück, vor und zurück, vor und zurück, und sang ganz leise:

Ich lieb dich für immer,
meine Liebe ist dein;
solang wie ich lebe
wirst du meine Mutter sein.

Als der Sohn an diesem Abend nach Hause kam, blieb er lange auf der Treppe stehen.

Dann trat er in das Zimmer, wo seine neugeborene Tochter schlief.
Er trat auf Zehenspitzen an ihr Bett und nahm sie sanft in die Arme. Er wiegte das Baby vor und zurück, vor und zurück, vor und zurück und sang ganz leise:

Ich lieb dich für immer,
meine Liebe ist dein;
solang wie ich lebe
wirst du mein Kind sein.

Donnerstag, 6. August 2015

Die Kliniktasche: "Irgendwas vergisst man immer..."

...damit euch das nicht passiert, wollen wir einmal durchgehen, was man im Krankenhaus so alles zur Geburt mitnehmen sollte. Das ist nämlich leider doch mehr als man vielleicht erwartet ;)

Die Kliniktasche solltest du je nach Befinden zwischen der 34. und 38. ssw fertig gepackt haben. (Bei Risikoschwangerschaften ggf. noch früher)


Fangen wir mal mit den Papieren an:

Du brauchst eine Überweisung vom Frauenarzt, diese wird ab der 36. Schwangerschaftswoche ausgestellt. Deine Krankenkassenkarte und deinen Ausweis sowie entweder euer Stammbuch/eure Heiratsurkunde (bei verheirateten Eltern) oder die Geburtsurkunden von Dir und dem werdenden Papa (bei unverheirateten Paaren) werden auch benötigt. Den Mutterpass solltest Du in der Schwangerschaft schon immer bei Dir haben - so auch zur Geburt. Dieser gibt den Ärzten und Hebammen wichtige Informationen zu Deiner Schwangerschaft. Eventuell hast Du Wünsche für den Ablauf der Geburt in einem Geburtsplan zusammen gefasst? Diesen Plan solltest Du dann auch mitnehmen, damit all Deine Wünsche so gut wie möglich umgesetzt werden können - unter den Wehen vergisst man leider so ziemlich alles was man sich für die Geburt überlegt hat.
Wenn Du Dich im Krankenhaus vorgestellt und Papiere zum Ausfüllen mitbekommen hast (z.B. die Einwilligungserklärung für eine Periduralanästhesie (=PDA), für eine Nabelschnurblutspende etc.), solltest Du diese ausgefüllt wieder mitbringen.
!!! Auch wenn Du der PDA zustimmst, heißt das nicht, das Du sie zwingend bekommst. Möchtest Du es ohne PDA machen, wird Dir das definitv nicht verweigert. Lehnst Du die PDA ab, verlangst sie aber unter den Wehen dann doch, wird das oft abgelehnt - Bist Du Dir unsicher, ist es angebracht zuzustimmen und unter der Geburt am Schmerz zu entscheiden, ob Du sie in Anspruch nehmen möchtest oder nicht !!!
Am Besten legst Du Dir alles zusammen - z.B. alles in das Stammbuch oder eine Mappe legen und in die Kliniktasche packen. Die Krankenkarte und den Ausweis hast Du in der Regel im Portemonnaie (ein wenig Kleingeld - für Knabbereien vom Kiosk zum Beispiel - dabei zu haben schadet auch nicht) und dieses zusammen mit dem Mutterpass in der Handtasche. (Keine Angst, das Krankenhaus wird dich nicht Abweisen, nur weil Du was vergessen hast, der werdende Papa oder die Oma kann es ja beim nächsten Besuch mitnehmen)


Kommen wir zu dem, was DU benötigst:

Hier möchte ich etwas differenzieren, fangen wir an bei dem, was Du während der Geburt benötigst:
Das Du Schmerzen haben wirst, ist kein Geheimnis und Dein Mann (oder andere Begleiter) würde sich vermutlich ungern von Dir die Hand zerquetschen lassen, daher ist es ratsam, einen kleinen Ball aus Schaumstoff bzw. einen "Stressball" oder andere Dinge zum zusammen drücken dabei zu haben. Es kann außerdem sein, das Deine Energie Dich verlässt und Du Dich schlapp fühlst. Für eine schnelle Energiezufuhr kannst Du etwas Traubenzucker zu Dir nehmen. Die meisten Krankenhäuser erlauben es, das Du Deine Lieblings-CD während der Geburt hörst, bei der Vorstellung kannst Du danach fragen (solltest Du es vergessen, nimm sie einfach mal mit) wenn Du möchtest.

An Kleidung sind warme Socken ganz wichtig, denn kalte Füße hemmen die Wehen! Ein weites Shirt oder Nachthemd, was schmutzig werden darf, sollte auch dabei sein (Weiter Ausschnitt oder Knöpfe erleichtern das Stillen).
!!! Wenn Du Kontaktlinsen trägst, solltest Du Deine Brille dabei haben und die Kontaktlinsen heraus nehmen !!!
Wenn Dein Baby da ist, wird Dein Bauch nicht sofort wie vor der Schwangerschaft aussehen, daher empfiehlt es sich, weite Kleidung einzupacken, die etwa im 5.-6. Schwangerschaftsmonat gepasst hat. Bequeme Unterwäsche, die ruhig Blut abbekommen darf und auch bei einem Kaiserschnitt nicht auf de Narbe drückt und saugfähige Binden solltest Du auch dabei haben. Wenn Du stillen möchtest, achte bei Oberbekleidung auf Stillfreundlichkeit und nimm 1-2 Still-BH's mit (Lieber eine Nummer größer kaufen: Nach dem Milcheinschuss wird die Brust noch etwas größer). Außerdem einen Bademantel (ganz toll, wenn das WC auf dem Flur ist), ein Nachthemd bzw. bequeme Kleidung zum Schlafen und ein paar Hausschuhe.

Dem Papa (oder anderer Begleitperson) kannst Du eine Kamera in die Hand drücken, um nach der Geburt die ersten Augenblicke fest zu halten (bitte nicht übertreiben mit den Bildern und vorher die Hebamme um Erlaubnis fragen)

In deinen Kulturbeutel kommen Eine Zahnbürste und Zahnpasta, eine Haarbürste & Haargummi, Shampoo & Duschgel, eine Creme/Bodylotion, Lippenbalsam und ein Deodorant (all das gibt es in Drogerien in Reisegröße). Einen Waschlappen und ein Handtuch sollten auch einen Platz in Deiner Kliniktasche finden.
Wenn Du möchtest kannst Du auch etwas Make-Up einpacken - Ich gehe aber davon aus, das Dich das direkt nach der Geburt kaum noch interessiert ;) 

Gern vergessen: Das Ladekabel für Dein Handy. Andere Dinge zum Zeitvertreib, wenn Dein Baby friedlich neben Dir schläft können ein MP3-Player oder ein Buch sein.


Was das Baby braucht:

In den meisten Krankenhäusern wird ein Fotoshooting für Neugeborene angeboten. Wenn Du das in Anspruch nehmen möchtest, kannst du vorab schon ein süßes Outfit hierfür suchen (z.B. auf daWanda).

Windeln und einfache Kleidung stellen die Krankenhäuser zur Verfügung. Möchtest Du eigene Kleidung von Beginn an anziehen, packe davon auch ein wenig ein.
!!! Möchtest Du mit Stoffwindeln wickeln, warte mit dem Beginn, bis das schwarze Kindspech raus ist, dieses lässt sich nämlich nur sehr schwer raus waschen !!!
Die Kleidung für die Heimreise sollte natürlich an die Jahreszeit angepasst sein. Einen Body, einen Pullover, Söckchen und eine Hose oder ein Strampler benötigst Du immer. Im Winter ein zweites (dickes) paar Socken und eine dünne Jacke (in dicker Jacke anschnallen ist ein Sicherhetsrisiko)
Zudem solltest Du ein paar Mulltücher/Spucktücher/dünne Baumwolltücher dabei haben, um dein Baby bei Bedarf einzuwickeln (Pucken) oder abzuwischen, wenn es spucken sollte. Ein erstes Kuscheltier, das den neuen Erdenbürger willkommen heißt kannst Du auch mitnehmen (Macht sich beim eventuellen Fotoshooting auch super).

Wenn ihr mit dem Auto nach hause fahrt, ist die Autoschale natürlich ein muss. Diese kannst Du schon während der Schwangerschaft im Auto parken (so wird sie definitiv nicht vergessen, wenn ihr abgeholt werdet).
Mit Zug, Bus oder zu Fuß bietet sich je nachdem was Dir lieber ist und was Du so kurz nach der Geburt besser kannst ein Tragetuch oder ein Kinderwagen an.


Die Kurzversion zum Drucken und abhaken:

Vor der Geburt:




und danach:



Trotz aller Vorbereitung gilt:


"Irgendwas vergisst man immer!"

also nicht traurig sein, wenn am Ende doch was fehlt ;)

Donnerstag, 30. Juli 2015

Die 12 Kriterien für High-Need-Babys (nach Dr. William Sears)

Was genau ist ein "High-Need" Baby? Wie erkenne ich ob mein Kind ein Baby mit besonderen Bedürfnissen ist? Dr. William Sears hat 12 "Kriterien" für High-Need-Kinder verfasst. Mit Hilfe einer guten Freundin kann ich euch nun die Übersetzung ins Deutsche präsentieren:



1. Intensiv
High need babies verlangen bereits nach der Geburt, dass sie nicht mit den anderen versorgt werden wollen sondern eine Einzelversorgung durch Mama fordern. Sie wissen was sie brauchen und ihr Schrei ist ein Verlangen danach. Sie schreien laut und länger und es wird schlimmer wenn man sich nicht sofort darum kümmert. Als Kleinkinder sind sie aktiv. Alles muss erkundet und angefasst werden.
 
2. Hyperaktiv
Die Muskeln und ihr Verstand sind immer in Aktion. Sie liegen selten still, selbst nicht beim stillen. Hyperaktiv ist nur eine Beschreibung und keine negative Wertung. Allerdings ist hyperaktiv ein relativer Begriff. Es hängt von dem Vergleich zu anderen Kindern ab.
 

3. Anstrengend
High need babies entziehen ihren Eltern jegliche Energie. Babies nehmen sich was sie brauchen und achten nicht darauf, ob ihren Eltern noch genug Energie für eigene Bedürfnisse bleibt. Mütter funktionieren nur noch. Allerdings akzeptiert man am besten diesen Zustand. Es ist eine phase die vorbei geht.
 
4. Häufiges füttern
Ein Baby zu stillen macht es nicht nur satt sondern es bekommt dadurch Geborgenheit bei der Mutter. High need babies haben häufiger Hunger. Allerdings gibt es dabei keine Regelmäßigkeit. Außerdem brauchen sie länger um abgestillt zu werden.
 

5. Verlangend
Sie verlangen ihre Bedürfnisse und das laut. Und es muss schnell gehen. Warten ist nicht ihr Ding. Wenn sie älter werden müssen sie lernen ihre Bedürfnisse anderen anzupassen.
 
6. Wacht öfter auf
High need babies brauchen mehr von allem – außer Schlaf.
 

7. Unzufrieden
Es gibt Tage an denen das Baby einfach unzufrieden ist und nichts dagegen hilft. Dies ist kein versagen der Eltern, sondern ein Teil der Persönlichkeit des Babys.
 
8. Unberechenbar
High need babies brauchen immer wieder verschiedenes um sich wohl zu fühlen. Sie haben Stimmungsschwankungen. Außerdem gibt es bei ihnen die Gefühle nur in der extremen Form und kein Mittelmaß.
 

9. Übersensibel
Sie nehmen ihre Umgebung intensiver wahr. Sie reagieren auf jedes Geräusch und werden dadurch auch wach. Sie reagieren daher auch heftiger auf unangenehmes wie Kälte. Allerdings entwickeln sie ein höheres Empathie empfinden als andere Kindern.
 
10. Will nicht abgelegt werden
High need babies wollen gehalten werden. Hautkontakt ist wichtig und dabei verlangen sie, dass der Träger in Bewegung ist.
 

11. Schlafen nicht selbst ein
Sie verlangen nichts mechanisches als Einschlafhilfe sondern ihre Eltern. Man muss ihnen helfen sich zu entspannen.
 
12. Empfindlich bei Trennung
Sie mögen es nicht von ihrem gewohnten Umfeld getrennt zu werden. Fremden sind sie misstrauisch gegenüber. Das Baby sieht sich und seine Mutter als eins. Wenn sie getrennt werden kriegt es Angst und das ist vollkommen normal. Die Babys zeigen, dass sie wissen wem sie ihre Bedürfnisse anvertrauen können. Außerdem zeigt der Protest bei der Trennung, dass sie zu tiefer emotionaler Bindung fähig sind. Wenn sie älter werden, können sie auch bei anderen Menschen gelassen werden. Am besten funktioniert dies, wenn die Person ihnen bereits nahe steht.



Übersetzt aus:

Montag, 20. Juli 2015

Muttermilch - Ich WILL stillen!

Eine Reaktion auf "Muttermilch - Weib, du sollst stillen!" aus der Neuen Züricher Zeitung

Ich las gestern diesen Artikel der mich um ehrlich zu sein tierisch wütend machte. Allein die Überschrift machte mir ein flaues Gefühl im Magen. "Weib" steht dort - Ein Artikel der die Frau gleich zu beginn so abwertend als "Weib" bezeichnet, kann nichs gutes heißen...

Die Einführung:
"Wer nicht stillt, schadet seinem Kind."
Schadet? Wer hat das gesagt?
 "Dieses Mantra der Still-Lobby ist wissenschaftlich nicht belegt. Vor allem aber läuft es der Gleichstellung zuwider und propagiert ein reaktionäres Frauenbild."
Gleichstellung? Natürlich: Die Frauen kämpfen sein Jahrhunderten für Gleichberechtigung. Wir dürfen wählen gehen und arbeiten. Wir haben ein Recht auf Bildung - Das war nicht immer so. Doch wollen die Frauen wirklich zu einer zweiten Form von Mann werden? Spezifisch beim Stillen ist es nunml so, das Mutter Natur dies der Fru zugesprochen hat. Die Natur! Nicht irgendwelche unterdrückenden Gesetze wie z.B. bei den Wahlen.
Es folgt eine Geschichte aus dem Leben. Eine Bekannte der Autorin habe in einem "stillfreundlichem Krankenhaus" über lange Zeit eine qualvolle Geburt überstanden. Abschweifend vom Thema erwähnt sie kurz, das die Bekannte keinen Kaiserschnitt wollte und die Hebamme dieses mit "freundlicher Autorität" bekräftigte. 
Wozu diese Aussage? Ist es nicht schön, das sie den Kaiserschnitt vermeiden konnte, den sie vermeiden wollte? Muss man an dieser Stelle die Autorität der Hebamme erwähnen? Mit dem folgenden Abschnitt vermute ich, das das ganze Prinzip des "stillfreundlichen Krankenhauses" zunichte gemacht werden soll:
"Im Gespräch wird mir klar, was Unicef unter einem «Baby-friendly Hospital» versteht: Das Kind bleibt Tag und Nacht bei der Mutter, am liebsten mit direktem Körperkontakt, damit es jederzeit gestillt werden kann."
Jedoch sehe ich hier nichts negatives. Nach der Geburt meiner Kinder konnte ich kaum die Trennung zur U1 ertragen - wie also hätte ich es nach dem veralteten Modell mit dem Babyzimmer ertragen sollen die ganze Nacht von meinem Kind getrennt zu sein - es nur zum Stillen kurz zu bekommen, um es dnn wieder der Schwester mitzugeben? Allein der Gedanke treibt mir die Tränen in die Augen.
"Ich bin irritiert: Ist denn das Wochenbett nicht dazu da, dass sich die Mutter von den Strapazen der Geburt erholen kann, bevor sie zu Hause auf sich allein gestellt ist?"
Jetzt bin ich irritiert. Das Wochenbett? Das geht 8 Wochen lang. So lange wird wohl niemand nach der Gebut im Krankenhaus bleiben. Ich muss etwas schmunzeln denn auch nach den - meist - 3 Tagen im Krankenhaus, ist man keineswegs auf sich allein gestellt (und auch das Wochenbett ist nicht nach 3 Tagen vorbei) - wozu gibt es die Nachsorge-Hebammen? Jede Frau hat das Recht auf eine Hebamme, bezahlt durch die Krankenkasse, die bis zum Ende der Stillzeit jederzeit kontaktiert werden kann.
"Welche Mutter, denke ich beim Hinausgehen, wagt es, sich gegen diesen Still-Terror zur Wehr zu setzen? Welche Mutter hat die Chuzpe, sich schon in den ersten Stunden nach der Geburt den Vorwurf der Säuglingsschwester gefallen zu lassen, eine schlechte Mutter zu sein, nur weil sie sich nach der Anstrengung einer Geburt ein paar Stunden ununterbrochenen Schlafs wünscht?"
Still-Terror? Ich bin entsetzt! Wer von vornherein sagt, das er nicht Stillen will, wird zwar gebeten es wenigstens zu versuchen, aber diese Bitte als Terror zu bezeichnen ist anmaßend. Ununterbrochener Schlaf... Ehrlich gesagt möchte ich darüber nichts schreiben. Entschuldigt bitte, aber man weiß vorher, das eine Geburt kein Zuckerschlecken ist und das danach Schlaf erstmal ein Traum bleibt.
Ich selbst wünsche mir auch knapp 11 Monate danach noch eine Nacht ununterbrochenen Schlaf, doch wusste ich vorher worauf ich mich mit einem Kind einlasse.
"Nicht nur das Kinderhilfswerk der Uno, auch die Weltgesundheitsorganisation WHO, das Bundesamt für Gesundheit und so ziemlich jede Mutter-Kind-Organisation der Welt empfiehlt den Müttern, so lange wie möglich zu stillen."
Richtig, sie EMPFEHLEN! Nirgends wird man gezwungen, doch die Autorin selbst schreibt, sie wundere sich, "dass die Still­pflicht nicht in die Uno-Menschen­rechtscharta Eingang gefunden hat"
"Bis vor kurzem glaubte man aufgrund von Studienresultaten, dass Kinder, die sechs Monate und länger gestillt wurden, einen höheren IQ haben und weniger Übergewicht entwickeln. Dann wiesen Wissenschafter nach, dass ganz andere Faktoren als das Stillen für diesen Effekt verantwortlich sind. [...]
Westliche Frauen, welche die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Stillzeit von sechs Monaten einhalten, stammen oft aus bessergestellten Schichten, sind überdurchschnittlich bei Einkommen und ­Bildung – das führt zu einem gesünderen Lebensstil und zu besseren Bildungschancen."
Interessant hier finde ich, das nur die westliche Welt von der Autorin berücksichtigt wird. Auch wenn diese Meinung möglicherweise Diskussionen auslöst: Ebenfalls interessant finde ich, das bildungshöhere Frauen die Empfehlungen berücksichtigen, Bildungsniedere offenbar nicht... Woran das liegen mag, darüber möchte ich keine Behauptungen aufsellen.

Die Autorin erwähnt eine geplante Studie der Universität Zürich:
"Erkenntnisse zu den Segnungen der Muttermilch, so ist es in einer Klausel geregelt, sollen grundsätzlich publiziert werden. Grundsätzlich? Der Professor hat die Möglichkeit, von einer Publikation abzusehen, wenn er es für angebracht hält, heisst es im weiteren Vertragstext."
Natülich! Jede Studie, die auf ein bestimmtes Ziel hinaus läuft würde nicht Publik werden, wenn das Ziel verfehlt wurde. Das ist nicht nur bei diesem Thema der Fall!
weiter heißt es:
"Man fragt sich, was der Lehrstuhl mit Resultaten macht, die darauf hinweisen, dass die Pulvermilch doch nicht so sehr des Teufels ist, wie heute immer suggeriert wird."
Ich habe noch nie gelesen, das Pulvermilch schlecht ist! Nur weil man sagt, das Stillen für das Baby das Beste ist, heißt es doch nicht Automatisch das Pulvermilch schlecht ist.
>Jeder Rabe ist ein Vogel, doch nicht jeder Vogel ist ein Rabe< 
Ich kann der Pulvermilch viel Gutes abgewinnen: Für Frauen, die tatsächlich nicht Stillen können, ist die industriell gefertigte Babynahrung ein Segen! Ohne sie müsste so manches Kind im schlimmsten Falle verhungern. Die Erfindung der industriellen Babynahrung war ein guter Gedanke, schade jedoch, das sie die Muttermilch gleichwertig ersetzen soll. An der stillenden Mutter verdient sich ja leider nicht so viel...
"[...]Frauen aus Entwicklungsländern, die ihre Kinder in Armut gebären [...] geben ihren Säuglingen auch heute noch mit verdrecktem Wasser angerührte Pulvermilch, um wieder auf dem Feld arbeiten zu können." 
Wie haben die das nur in der Steinzeit gemacht...
"Drastischer Gewichtsverlust und Tod aufgrund von Durchfall sind die Folge. Dieser Missstand führte zur viel zitierten WHO-Empfehlung, Säuglinge in den ersten sechs Monaten voll zu stillen." (Ausgeklammert: "Maternalistische Feministinnen in den USA  hatten wohlgenährte Babys und fühlten sich in den 1950er Jahren als stillende Mütter von der Gesellschaft ausgegrenzt." - Wieso? Wird in keiner Silbe erwähnt.)
"Die Muttermilch, so viel zu den Fakten, rettet in Entwicklungsländern Kinderleben. Doch davon kann in den westlichen Industriestaaten keine Rede sein."
Und nur weil es bei uns nicht zwingend notwendig ist, sollen wir darauf verzichten?? Ich hasse diese Aussage!
"Die WHO [...]  geht noch weiter: Sie empfiehlt das Stillen mindestens im ganzen ersten Lebensjahr."
EMPFIEHLT! Nicht zwingt... ließt auch nur ein Mensch richtig? Jeder macht, was er möchte. Ob er den Empfehlungen folgt oder nicht, bleibt jeder Mutter selbst überlassen. Im übrigen lautet die Empfehlung die Kinder bis 2 Jahre Teil zu stillen, nicht nur im ersten Jahr - nur der Vollständigkeit halber.... "geht noch weiter" klingt für mich auch sehr negativ. Als sei Stillen grundsätzlich etwas schlechtes.
"Die von der Liga* propagierte Stillmethodik verunmöglicht die Selbstbestimmung von jungen Eltern praktisch ganz."
(*LaLecheLiga)
....... Ich weiß nun nicht ob ich lachen oder weinen soll. Stillen nach Bedarf verunmöglicht die Selbstbestimmung keineswegs! Ich bestimme trotzdem selbst, wann ich was mache. Ich gehe ins Kino, gehe essen - ohne Kinder - obwohl ich meinen fast 11 Monate alten Sohn nach Bedarf stille. Ich gehe zum shopping und stille meinen Sohn im Tragetuch oder bei einem Eis. Ich fühle mich nicht eingeschränkt.

Die Autorin zitiert die Soziologin Elisabeth Badinter (Französin)
"Die Frau wird zur Schimpansin degradiert"
So langsam kann ich diesen Text nit mehr ernst nehmen. Eine stillende Mutter ist also ein Primat? Ein "dummer" Affe ohne Selbstbestimmung? Das eine Frau stillen WILL scheint undenkbar.
"Heute steht die Mutterschaft wieder ganz im Zentrum fraulicher Identität."
Da frage ich mich woher die ganzen weiblichen Arbeiter kommen. Und unsere Bundeskanzlerin? Ich denke nicht, das ihr Zentrum eine Mutterschaft ist.
"Wäre die Muttermilch wirklich derart unerlässlich für die gesunde physische und psychische Entwicklung des Menschen, wäre Frankreich überwiegend von Idioten mit schwachem Immunsystem bevölkert."

Ich weigere mich, aus einem Land wie Frankreich solche Aussagen ernst zu nehmen. Jeden, der mich in dem Punkt nicht versteht bitte ich sich selbst über Frankreichs Erziehung zu informieren. Ich möchte das Thema hier nicht ausweiten.

"Solange der offizielle Still-Terror, ausgeübt von staatlichen, nichtstaatlichen und überstaatlichen Organisationen, nicht aufhört, wird das schlechte Gewissen der Mütter andauern. Und es wird ihnen verunmöglicht, das Stillen als das zu sehen, was es ist: eine von zwei Möglichkeiten, sein Kind zu ernähren, ein weibliches Privileg und im besten Fall ein Vergnügen."

Das Stillen ist eine von 2 Möglichkeiten? Mehr nicht. Aus dem ganzen Text geht hervor, das das Stillen für die Autorin keinerlei Positive Assoziation hat: "Im besten Fall ein Vergnügen" - und diesen besten Fall kann jede Mutter erreichen wenn sie es möchte! Das Schlechte Gewissen gilt dem eigenen Versagen. Man fragt sich wieso jeder stillen kann, nur man selbst nicht. Man hat ein schlechtes Gewissen gegenüber seinem Kind, weil man ihm das Beste "vorenthält" - sofern man denn Stillen möchte. Wer nicht will oder kann, der muss (eigentlich) kein schlechtes Gewissen haben!

Und zu guter Letzt: Der Text beginnt mit Gleichberechtigung und endet mit dem weiblichen Privileg...

Ich bin aufgewühlt über diesen Text, der das Stillen so sehr nieder macht. Einerseits wird sich beschwet das es keine wissenschaftlichen Belege gibt das Stillen das Beste ist, auf der anderen Seite werden keine gegenbeweise geliefert, die die Meinung der Autoin stützen könnten.
Ich bin sauer über die "Schimpansen"-Aussage. Wütend über die Zitate aus Frankreich...

Auch wenn die Autorin das nicht glauben kann:

ICH WILL STILLEN!!!

Sonntag, 5. Juli 2015

Müssen Kinder "stylish" sein?

Ich scrollte heute Morgen am Handy eine ganze Zeit im Facebook. An mir flogen zahlreiche Bilder vorbei. Aufgrund meiner Gruppenzugehörigkeiten viele von Babys und Kleinkindern. Vom Babytragen, vom Stillen, von hübschen Mamas, vom Sonnenbrand, Insektenstichen, Hitzepickelchen und Neurodermitis geplagter Haut. Hier und da mal ein Spruch und Werbeanzeigen. 

An einem Bild blieb ich hängen: Eine wunderschöne Kulisse, draußen an einem See, im Hintergrund ein Wald, im Vordergrund ein Steg und ein Kleinkind. Ein süßes blondes Mädchen. Alles in allem ein sehr schönes Bild, doch mich stört etwas. 
Im Bild steht: "Ist Ihre Kleine auch so stylish?" 
- Kein Zweifel: Das Kind sieht super aus, Zuckersüß und total niedlich angezogen: ein Kopftuch als Schutz vor der Sonne, Stiefelchen aus Leder im "Indianerlook" - so richtig süß ausgefranst, dazu ein shirt und eine kurze Jeans-Latzhose. Wirklich sehr stylish! 

Wie eine kleine Erwachsene... Oder eine Puppe. Jedenfalls ungeeignet zum spielen und dreckig machen. 

Und der erste Gedanke "Ach wie süß" weicht schnell dem "Müssen Kinder stylish sein?" Meine Meinung dazu ist ein klares 'Nein!' 

Kinder müssen Kinder sein, sich dreckig machen können und rumsauen, das die Waschmaschiene die Flecken niemals wieder raus bekommt. 

Gewiss dürfen sie auch mal 'stylish' angezogen sein für ein Familienfest oder große Ereignisse und ich bin sicher, das Kinder nach wie vor draußen matschen dürfen! 

Und doch hat mich diese Werbeanzeige etwas verunsichert. Solche Anzeigen häufen sich und irgendwann lassen auch wir unsere 1,5-Jährigen wie die Promikinder auf High-Heels und mit Handtasche herum laufen - Es sieht ja so niedlich und 'stylish' aus.

 Ich bin ehrlich: Ich habe Angst und frage mich wohin das führen soll, was diese Veränderung für meine Enkel und Urenkel bedeuten könnte. Ich hoffe einfach das der Großteil der Menschheit genug Verstand hat, um diese 'stylishen' Auftritte ihrer Kleinen in Grenzen zu halten. 

Freitag, 19. Juni 2015

"Kindesmisshandlung" - Vom Arzt empfohlen, von der Gesellschaft gelobt

Der Nachfolgende Text ist bewusst "krass" geschrieben und soll niemanden angreifen - Ich hoffe jedoch, das er einige wach rüttelt...
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Babys sind toll. Gerade Neugeborene schlafen noch so viel. Zwischendurch wird gefüttert und gewickelt und schon schläft der Engel wieder. Bei manchen bleibt das so. Das kleine Wunder schläft von Anfang an durch - Eine Traumvorstellung, nicht wahr? Die Meisten haben aber nicht so ein Glück, doch Babys müssen ja auch nicht sofort durchschlafen. Ganz normal, das sie Nachts wach werden und hungrig sind, oder Nähe brauchen.

Ein Kind was mit 2 Monaten nicht durchschläft? - Normal! Ein Kind was mit 3 Monaten nicht durchschläft? - Normal! Ein Kind was mit 4 Monaten nicht durchschläft? - Normal! Ein Kind was mit 5 Monaten nicht durchschläft? - Normal! Ein Kind was mit 6 Monaten nicht durchschläft? - UNNORMAL! Als würde sich ein Schalter umlegen. 

Mit 6 Monaten ist das Kind alt genug um allein ein und durch zu schlafen. Die Betonung liegt wohl auf "allein". Eine verzweifelte, schlaflose Mutter* bittet ihren Kinderarzt um Rat und bekommt den ultimativen Tipp: 
"Sie müssen ihr Kind schreien lassen, sonst lernt es das nie!"

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Diese unnatürliche Vorgehensweise wird vielfach empfohlen, doch ist psychische Gewalt! Kindesmisshandlung und das auch noch völlig Legal! Ärzte, die den "Bestseller" mit Erfolgsgarantie empfehlen und Verwandte, die dieses Verhalten auch noch loben - damals war das ganz normal und hat uns schließlich auch nicht geschadet, doch wer kann das beweisen? Woher kommen wohl die vielen neuen psychischen Krankheiten? Warum sind so viele Depressiv? Ich wage zu behaupten, das die Schreien-lassen-Erziehung einen entscheidenden Teil dazu beigetragen hat! 



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Und Mutti tut, wie ihr geraten. Sie legt ihr Kind hin, dunkelt den Raum ab, stellt die Spieluhr an, gibt einen Gute-Nacht-Kuss und geht. 

Was geht nun in dem Kind vor? 
"Mami, wo bist Du? Warum lässt Du mich allein?" Das kleine Baby bekommt Angst. Es ist allein - Alleinsein bedeutet Unsicherheit. Das Baby fühlt sich unwohl, es gerät in Panik - hat regelrecht Todesangst und es schreit! Es schreit nach seiner Mama! Doch Mama kommt nicht. Das Schreien wird lauter - immer lauter und verzweifelter. Dann endlich kommt Mama. Ein Glück, sie ist da! "Jetzt ist alles wieder gut - halt mich fest Mama!" Mama streichelt dem Baby über den Kopf, zieht die Spieluhr auf, gibt noch einen Kuss und geht. Schon wieder. "Mama warum?" Und wieder: Allein. Schreien. Angst. Verzweiflung. Mama kommt wieder. "Endlich Mama! Lass mich nie wieder allein." Sie streichelt wieder den Kopf, zieht die Spieluhr auf. Ein Kuss "Wieso darf ich nicht auf Deinen Arm?" - Allein. Erneut. Wieder steigt die Panik auf. Einsam und verlassen in einem dunklen Raum schreit das hilflose Baby, bis sich sein Bewusstsein aus der unerträglichen Situation Ausklingt - Stille. 

Und wie geht es Mama?
Sie weint vor der Tür und zählt die Sekunden, bis sie wieder herein gehen "darf" zum Beruhigen. 


Doch das Baby ist nach gewisser Zeit ja eingeschlafen. Also wird es wohl funktionieren. "Bei den meisten dauert es 3 Tage", sagte der Arzt und so steht es auch im Buch. "Es lohnt sich für Sie und auch für ihr Kind." 

Es wird wieder Abend. Dasselbe Ritual: Mama dunkelt das Zimmer ab und legt ihr Baby hin. Die Spieluhr und ein Kuss, bevor das Baby wieder allein ist. "Was ist los Mama?" Und wieder weint das Baby. Es schreit verzweifelt nach seiner Mama, bis sie endlich kommt, das Köpfchen streichelt, die Spieluhr aufzieht - diese schreckliche Spieluhr. Sie zeigt, das das Baby gleich wieder allein ist und das schreien beginnt schon vor dem Kuss. Und dennoch geht Mama wieder. "Was habe ich Dir getan?" Weinen, Schreien, pure Verzweiflung. 

Mama weint und hört ihren Engel verstummen. 



Der dritte Abend. Heute soll das letzte mal sein. "3 Tage" so steht es im Buch und so sagte es der Arzt. 

Dunkelheit. Allein im Bett. Die Spieluhr - es geht los - "Bitte Mama, tu es nicht" - weinen. Ein Kuss und dann die Einsamkeit. Nochmal alles geben "Mama, Du musst mich doch hören!" 

Und Mama hört und weint und zählt die Sekunden... Nochmal ins Zimmer, noch ein Kuss und die Spieluhr. 

Schreien. Schreien. Schreien. 
"Warum?" und es schläft ein. 



Der vierte Abend. Nun soll es vorbei sein. Das Ritual beginnt. Die Spieluhr - einst das Zeichen zum Kuscheln ist nun das Zeichen des Grauens... Der Kuss - der herzliche, liebevolle Kuss ist kalt und beängstigend geworden... Mama geht. Weinen? Nein. Mama kommt ja doch nicht. Still und wach liegt das Baby verängstigt in der Dunkelheit...

Und Mama? Erleichtert berichtet sie "Es hat funktioniert!" 

Doch soll das das Ziel sein? Ein stummes, verängstigtes Wesen, was all sein Vertrauen in die Mutter verloren hat? 

Die Mutter wird gelobt. Gut das sie durchgehalten hat - Die Schlafsituation ist doch nun viel angenehmer. "Das tut euch so gut" Ja - Mama tut es gut, sie kann nun erholt schlafen. Doch wie geht es dem Baby? Sein Urvertrauen ist gestört, sein Willen gebrochen... Angst begleitet es jeden Abend in den Schlaf. 

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* Mutter/Mama steht hier stellvertretend für jede Bezugsperson des Babys

Mittwoch, 10. Juni 2015

"Stillen ein Gesicht geben" - Danke

Da aktuell wieder stillende Mütter in der Öffentlichkeit "diskriminiert" (aus Bussen und Läden geworfen) werden, hat die Apfelgarten-Bloggerin die Aktion "Stillen ein Gesicht geben" ins Leben gerufen. Diese Aktion hat mich sehr begeistert und natürlich bin ich dabei und habe ein Bild hochladen lassen.



Mich schockiert allerdings weiterhin, das Öffentliches Stillen immer noch ein Thema sein muss. Stillen ist Nahrungsaufnahme für den Säugling und völlig normal. Warum muss über so etwas Normales so sehr diskutiert und gestritten werden? Kein Mensch unterhält sich darüber, das der Mann am Nachbartisch einen Döner isst oder die Dame im Eiscafé gegenüber ihren Erdbeerbecher verzehrt, aber wenn ein Kind friedlich an der Mütterlichen Brust saugt ist das ein Problem? Das werde ich wohl nie begreifen...

Umso mehr:
Danke für diese wundervolle Aktion!